Coronavirus-Krise meets Finanzierungen | Was CFOs und CEOs in Zeiten der Krise nun beachten müssen

FCF Ratgeber für CEOs und CFOs:

5 Top-Tipps für jedes Unternehmen, um durch die Corona-Krise zu kommen:

München, 19. März 2020Die durch das Corona-Virus heraufziehende Krise erinnert bereits jetzt an die Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008. Die große Verunsicherung und Angst der Mittelständler im Hinblick auf die operativen und finanziellen Auswirkungen der Corona Pandemie ist derzeit stark zu spüren. Die Experten für Mittelstandsfinanzierung von FCF Fox Corporate Finance geben deshalb ihre Top-5-Ratschläge für die kommenden Monate:

Top-5-Ratschläge für die Corona-Krise

1. Liquiditätsreserven erhöhen:

Sinkende Umsätze und Profitabilität in Verbindung mit sinkender Zahlungsmoral der Kunden, ggfs. etwaiger Zahlungsausfällen und den bestehenden, unauf-schiebbaren Investitionserfordernissen werden viele Unternehmen in den nächsten Monaten in Li-quiditätsengpässe führen. Die Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven ist nun essentiell. Ne-ben klassischen Banken, stehen hier auch alternative Fremdkapital- / Mezzaninekapital-Geber zur Verfügung, die kurzfristig Liquidität bereitstellen können. Auch das Ziehen freier Linien kann ein Mittel zur Liquiditätssicherung sein, um zu verhindern, dass Banken solche Linien streichen, für den Fall, dass sie im Verlauf der Krise entweder selbst in Schwierigkeiten geraten oder kurzfristig fällige (inkl. b.a.w.) Linien gekündigt / nicht prolongiert werden.

2. Operatives Working Capital optimieren:

Unternehmen müssen jetzt ihre Days Sales Out-standing-/ Days Inventory Outstanding. und Days Payables Outstanding-Kennzahlen genau monitoren, analysieren und radikal optimieren. Dies beinhaltet u.a. ein konsequentes Forderungsmanagement, die Optimierung des Vorrätelagers sowie die Ausreizung der vereinbarten Lieferanten-Zahlungsziele.

3. Asset-basierte Finanzierungen implementieren und Finanzkennzahlen optimieren:

Insbesondere in herausfordernden Zeiten sind Asset-Basierte Finanzierungen, wie Factoring / Forderungs-Pensionsgeschäfte, Vorräte-Leasing und Sale-and-Lease-back, oftmals die bessere Lösung als die klassische Bankenfinanzierung. Aus den bestehenden Vermögensgegenständen wird hierbei mehr Liquidität generiert als durch traditionelle Kreditlinien. Bilanzielle Finanz-Verbindlichkeiten können hierdurch oftmals in außerbilanzielle Verpflichtungen gewandelt werden. Rating-relevante Finanz-Kennzahlen, wie die Eigenkapitalquote und die Nettoverschuldung können zudem optimiert und ggfs. stille Reserven gehoben werden.

4. Bestehende Finanzierungen krisenresistent machen:

Bilaterale, kurzfristige (b.a.w.) Darlehen und Linien können in diesen Krisenzeiten toxisch sein und sollten – sofern noch möglich – in langfristige Verträge oder in einen Konsortialkreditvertrag ge-wandelt werden. Gleiches gilt für ein zu enges „Covenants-Korsett“. Mit den bestehenden Finan-zierern sollte auf Basis einer aktualisierten Planung (inkl. einer Szenario-Rechnung der möglichen Coronavirus-Effekte) über ein modifiziertes / flexibles Covenants-Paket verhandelt werden. Die möglicherweise anfallende Waiver-Gebühr für die Neuverhandlung der Covenants sollte von den Unternehmen als Art „Versicherungsprämie“ für die anstehende Krise verstanden werden. Sollten sich die Hausbanken bei diesen Neuverhandlungen sperrig verhalten, lohnt es sich kurzfristig Neubanken anzusprechen, die mit neuen Impulsen unterstützen können. Bei der Bankenauswahl sollte getreu dem Motto „Know Your Bank“ die Krisenresistenz des einzelnen Finanzinstituts sowie das Verhalten in der vergangenen Krise genau unter die Lupe genommen werden.

5. Vertrauen zu Hausbanken stärken und offen kommunizieren / informieren:

Grundsätzlich sollten CEOs und CFOs jetzt die Gespräche mit ihren bestehenden Hausbanken suchen und über die möglichen Auswirkungen des Coronavirus auf ihr Geschäftsmodell informieren. Eine offene und proaktive Kommunikation wirkt vertrauensbildend und wird im Falle einer sich zuspitzenden Krise von den Banken positiv honoriert. Weiterhin sollten Unternehmen in diesen Zeiten ihren Reporting-Verpflichtungen mit besonderer Sorgfalt, Frequenz und Umfang nachkommen und somit ihren Reporting-Standard quantitativ und qualitativ sogar noch verbessern.

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