Robotics-Segment gewinnt bei Risikokapitalinvestoren an Bedeutung

  • Volumen der Venture Capital-Deals steigt 2021 auf deutlich über eine Milliarde Euro
  • Durchschnittliche Finanzierungsrunde immer größer
  • Branchenreport Robotics von FCF Fox Corporate Finance

München, 29. November 2021 – Der Robotics-Sector mit seinem klassischen Teilbereich Industrierobotik, aber auch neuen Bereichen wie Medizin- und Haushaltsroboter sowie Drohnen gewinnt zunehmend an Bedeutung und zieht Investoren an. Während die reine Anzahl der Risikokapital-Deals zwischen 2018 und 2021 auf dem hohen Niveau verharrt, steigt das Volumen der Venture Capital-Abschlüsse kontinuierlich auf immer neue Spitzenwerte an. Das ist das Ergebnis einer Studie des Münchener Finanzierungsspezialisten FCF Fox Corporate Finance GmbH. „Robotic-Start-ups verlassen die Garagen-Phase und treten in die Kommerzialisierungs-Phase ein“, kommentiert Florian Theyermann, Director bei FCF.

Die Anzahl der Risikokapitalfinanzierungen liegt seit 2018 bei jährlich gut 100 Abschlüssen, in den Jahren davor deutlich darunter. Demgegenüber steigt das Volumen der Venture CapitalDeals konstant an. Lag das Volumen in den vergangenen fünf Jahren zwischen 106 und 440 Millionen Euro, liegt es in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits bei 1,1 Milliarden Euro. „Mehrere Mega-Deals sorgten für diesen deutlichen Anstieg“, sagt Florian Theyermann. So sicherte sich im Jahr 2021 etwa CRM Surgical 497 Millionen Euro Wagniskapital und Agile Robots 184 Millionen Euro.

Auffallend ist nach Einschätzung von FCF, dass sich insbesondere die Art der Deals und der Investoren ändert. Während im Jahr 2017 noch 66 Prozent der Finanzierungen sogenannte Frühphasen-Deals (Accelerator und Seed Capital) von spezialisierten Beteiligungsgesellschaften waren, sinkt dieser Anteil in diesem Jahr auf 26 Prozent. Der größte Teil der Deals (67 Prozent) sind aktuell „klassische“ Venture Runden – 2017 waren es noch 26 Prozent. „Dies bedeutet, dass die Firmen reifer werden und größere Runden absorbieren können“, interpretiert Florian Theyermann.

Mit der steigenden Reife der Unternehmen ergeben sich auch neue Finanzierungswege für Robotics-Unternehmen jenseits der Eigenkapitalfinanzierung. Mit der entsprechenden Market Traction und einer klaren „Road to Break-Even“ kann ein Wachstumsunternehmen eine verwässernde Eigenkapitalrunde durch „Venture Debt“ – also Fremdkapital für Late Stage Start-Ups – ersetzen. So konnte FCF beispielsweise die österreichische Robotics Firma „robart“ letztes Jahr und die Münchner Drohnenfirma „Quantum Systems“ dieses Jahr bei der Umsetzung einer solchen Finanzierung – jeweils im zweistelligen Millionenbereich – begleiten.

Bei den aktuellen Venture Capital-Deals dominieren auf den ersten Blick Investitionen in medizinische Roboter. Vom Gesamtvolumen der Risikokapital-Investitionen in Höhe von drei Milliarden Euro entfielen zwischen 2017 und dem dritten Quartal 2021 rund 40 Prozent auf Medizinroboter. Dies ist im Wesentlichen auf das hohe Investitionsvolumen in CMR Surgical, einem Hersteller von Roboterchirurgie-Systemen, zurückzuführen. Dieses Unternehmen sammelte in vier Runden insgesamt 860 Millionen Euro ein. Bereinigt um diesen Ausreißer stehen Medical Robotics nur für 14 Prozent des Volumens (291 Millionen Euro). Überholt wird dieser Bereich von den klassischen Segmenten „Industrial Robots“ (791 Millionen Euro) und „Robotic Enablers“ (Firmen, die Komponenten und Software entwickeln – 546 Millionen Euro), aber auch Drohnen (237 Millionen Euro) kommen auf vergleichbare Volumina.

Start-ups aus Großbritannien sammelten zwischen 2017 und dem dritten Quartal 2021 mit 1,3 Milliarden Euro die höchsten Investment-Volumina ein. Allerdings entfallen davon 860 Millionen Euro auf den Megadeal CMR Surgical und weitere 76 Millionen Euro auf die Finanzierungsrunde von Spywai. Um diese Ausreißer bereinigt, reiht sich Großbritannien (365 Millionen Euro) in dieselbe Liga wie Frankreich (538 Millionen Euro, ohne Ausreißer 407 Millionen Euro) und Deutschland (508 Millionen Euro, ohne Ausreißer 324 Millionen Euro) ein. Zu berücksichtigen ist, dass in Großbritannien bei 61 Prozent der Finazierungsrunden das Investvolumen publiziert wird, in Frankreich bei 53 Prozent und in Deutschland nur bei 34 Prozent. „Daraus ergibt sich für Deutschland ein wesentlich höheres unveröffentlichtes Volumen und das Investment in Deutschland sieht somit kleiner aus, als es ist“, sagt Florian Theyermann. Es liegt absolut nahe, dass im Lande der Ingenieure und Tüftler und mit einem großen heimischen Markt für Robotics-Lösungen dieses Segment hohe Relevanz hat. Große Runden wie Agile Robotics, Wandelbots oder Magazino sowie die stetig steigende Anzahl von Transaktionen zeigt die Vitalität des Sektors in Deutschland.

Den vollständigen Report finden Sie unter diesem Link.

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